„Die Quellen lagen alle in dem sich im Tale weit ausgebreiteten Flussbette der Altefeld. An ihnen lagen ost-west gerichtet die Gradierwerke der drei Soden.“ Während die „alte Sode“ ausschließlich durch die Fürstabtei Fulda genutzt wurde, wechselten die beiden anderen oft als „Lehen und Pfänder“ ihre Besitzer. Zu ihnen gehörten u.a. der Graf von Schlitz, das Kloster Blankenau und die Herren von Riedesel. 1725 umfasste der Sodenbesitz 100 Anteile, von denen 46 auf die Fürstabtei, 29 auf Salzschlirf und 25 auf eine Erbengemeinschaft Mott in Fulda entfielen. 1725/26 erwarb Fürstabt Konstantin von Butlar die letzten 54 Anteile für 16.200 Gulden und war damit Alleinbesitzer. Die Ergiebigkeit der Saline – es waren 3.000 Zentner jährlich – bestätigt ein Brief des Fürstabtes, in dem es heißt: „Der gute Betrieb unserer Saline Schlierf gereicht uns zu gnädigstem Wohlgefallen.“ Der auf wirtschaftlichen Fortschritt bedachte Fürstabt Heinrich VII von Bibra (1759-1788) ließ den ergiebigen Bonifatiusbrunnen noch tiefer in den Fels bohren. Dieser Versuch schlug jedoch fehl; durch „wildes Wasser“ verlor die Quelle mehrere Grade ihres Salzgehaltes, so dass sich die fürstliche Regierung 1798 wegen der „Minderung der Quellen und der Kostensteigerung“ zur Schließung der Saline veranlasst sah. Die Gradierwerke wurden abgebrochen, die Quellen verschüttet, die vorhandenen Baulichkeiten an die Sodenleute (18-20 Familien) verkauft. Für sie und viele der übrigen Einwohner brachten Niedergang und Ende der Salzschlirfer Saline schlimme wirtschaftliche Folgen. In der Chronik wird berichtet über Armut und Not; Auswanderung nach Amerika war für viele ein letzter Ausweg. Im Jahre 1815 zählte Salzschlirf 411 männliche und 436 weibliche Bewohner. Viele Einwohner beschäftigten sich damals mit dem Weben und Bleichen von Leinentuch, vorwiegend grobem Tuch, das an die größeren Handelshäuser in Lauterbach, im damaligen „Großherzogtum Hessen“, abgesetzt wurde. Der Weg zum Heilbad war steil und beschwerlich. 1830 – das Fürstentum Fulda war im gleichen Jahre nach der Säkularisation dem Prinzen von Oranien – Nassau zugeteilt worden – war es der Geheim- und Leibarzt von Nassau-Usingen, Dr. Thilenius, der der Regierung des Fürsten von Oranien nahe legte, die Brunnen von Salzschlirf wegen ihres „hohen Wertes des Wassers“ wieder nutzbar zu machen. Es wurde lange verhandelt; die Bemühungen scheiterten am Desinteresse, weil „der Bedarf an heilbringenden Quellen im Lande gedeckt sei“. 1829 regte der Fuldaer Medizinalrat Dr. Josef Schneider an, die hochwertigen Quellen wieder „auszugraben“ und einen Kurbetrieb wie in Kissingen in die Wege zu leiten, zum Wohle der Leidenden. Auch diese Anregung fand schließlich keine Resonanz. Den Grundstein zum Heilbad legte Graf Friedrich Wilhelm von Schlitz, genannt von Görtz. Er hatte wegen seiner angegriffenen Gesundheit Seebäder verordnet bekommen. Sein Arzt war davon überzeugt, mit den wieder zu erschließenden Salzquellen in Salzschlirf Gleiches erreichen zu können. Der Graf willigte in diese Pläne ein und ließ sich 1835 von der Kurhessischen Regierung mit den Quellen von Salzschlirf belehnen. Der obere Salzbrunnen, die spätere Bonifatiusquelle, wurde wieder freigelegt. In einem dieser Quellen gegenüberliegenden Haus des Konrad Brehler (genannt Bade-Konrädchen) wurde die erste Badewanne aufgestellt und mit Eimern aus der Quelle gefüllt. Der geplante weitere Ausbau unterblieb, da der Graf 1836 starb. Er wurde auf dem alten Friedhof, unmittelbar neben der katholischen Pfarrkirche in Salzschlirf, in einem Hochgrab beerdigt. Aber noch vor seinem Tode waren die Lehensrechte an den Salzschlirfer Quellen auf seinen Freund und Arzt Dr. Eduard Martiny, einen weitblickenden Wissenschaftler aus Ilmenau in Thüringen, übertragen worden. Mit Tatkraft und Energie setzte er sich für die Eröffnung eines Badebetriebes in Salzschlirf ein. Der Bonifatiusbrunnen wurde 1837-38 mit einfachsten Mitteln unter tatkräftiger Mithilfe der Salzschlirfer Bewohner für Bade- und Trinkkuren eingerichtet. Eine kleine Kuranlage, der Promenadengarten, wurde längs der Landenhäuser Straße (ehemaliger Verbindungsweg von Landenhausen durch den jetzigen Kurpark zum Bahnhof Salzschlirf) geschaffen und in ihr, gegenüber dem Brunnen, ein erstes „Konsultations-Häuschen“ für Dr. Martiny erbaut. Zum Dank für die Hilfe der Salzschlirfer sagte Dr. Martiny 1839 der Gemeinde die unentgeltliche Wasserentnahme des Bonifatiusbrunnen zu. Dieses Recht ist auch heute noch für die Einwohner Bad Salzschlirfs gegeben. Dr. Martiny berichtete vom Bonifatiusbrunnen: „Der Brunnen ist nur 11 Fuß über der Talsohle in die Sandsteinwand getrieben. aus artesischer Bohrung vermag das 107 Fuß tief entspringende Wasser nicht bis zur Oberfläche emporzusteigen. Deshalb steht das Wasser 9 Fuß unter Oberkante der Bohrstelle. Die Flaschenzange tritt hier in Tätigkeit zum Wasserheben.“ 1838 waren es 22, 1 Jahr später schon 92 Kurgäste, die von Dr. Martiny behandelt wurden. Trotz größter finanzieller Schwierigkeiten ging er daran, den Badebetrieb weiter auszubauen. 1839 wurde die „Dornwiese“, wo früher das mittlere Gradierwerk gestanden hatte, angekauft und ein erstes Badehaus mit 6 Baderäumen errichtet. Durch eine Holzrohrleitung wurde das Wasser vom Brunnen in das Badehaus geleitet. 1845 ließ Dr. Martiny den „Salzsumpf“ um den „Tümpelbrunnen“ gründlich räumen und den Brunnenschacht neu fassen. 1846 wurde ein weiterer Brunnen, der „Kinderbrunnen“, auch „Neubrunnen“ genannt, erbohrt und gefasst. 1853 folgte die Neufassung des bereits 1780 erbohrten Schwefelbrunnens. Der weitere Ausbau des Badehauses auf 12 Badezimmer und die Erweiterung der Kuranlagen wurden 1850 begonnen. Dr. Martiny hatte die Absicht, den Staat an seinem Unternehmen finanziell zu beteiligen und eine Aktiengesellschaft zu gründen. Nach der Gemahlin des Kurfürsten benannt, sollte die Gesellschaft „Augustenbad“ heißen. Seine Bemühungen sind jedoch durch „Hofintrigen und Anfeindungen von fachlichen und wirtschaftlichen Kreisen“ fehlgeschlagen. Der weitere notwendige Ausbau des Badebetriebes überforderte Martinys finanzielle Möglichkeiten. Er sah sich schließlich gezwungen, das Bad zum Verkauf anzubieten. 1860 geht es für 20.000 Gulden in den Besitz des Kurhessischen Staates über. Dr. Martiny wird als Badearzt eingestellt. Mit der Zuordnung Kurhessens zu Preußen wurde 1866 Salzschlirf Preußisches Staatsbad. Der Bau der Bahnlinie Gießen-Fulda (1870-1872) brachte für Salzschlirf eine wesentliche Verkehrsverbesserung. Der preußische Staat war bereits im Besitz zahlreicher Staatsbäder; er sah im Salzschlirfer Bade nur eine neue Belastung. Aus diesem Grund war es Dr. Martiny gelungen, als neuen Träger eine Gesellschaft westfälischer „Kapitalisten“ zu gewinnen. Am 26. Juli 1873 kaufte Dr. Martiny für 12.000 Taler das Bad zurück. Der preußische Staat löste sich damit von allen Verpflichtungen. Dr. Martiny ließ es auf die neu gegründete Gesellschaft „Gewerkschaft Salzschlirf“ überschreiben, obwohl er nur eine mündliche Zusicherung wegen seiner Anstellung hatte. Er blieb zunächst noch Badearzt und technischer Leiter. Er setzte alles daran, das von ihm begonnene Werke zu verbessern und zu erweitern. Die Zusagen der Gewerkschaft wurden jedoch nicht eingehalten. Ende 1874 wurde Dr. Martiny nach 36jähriger Tätigkeit für das Bad seiner Stellung enthoben. Enttäuscht verließ er Salzschlirf und ging nach Orb. Als Todkranker kehrte er bald zurück; hier starb er am 24. September 1876 im 67. Lebensjahr. Seine großen Verdienste um Salzschlirf hatten ihre öffentliche Anerkennung bereits im Jahre 1875 durch Verleihung des Ehrenbürgerrechts gefunden. Anlässlich seines 100. Todestages ließ die Gemeinde Bad Salzschlirf auf einem Steinfindling eine Gedenktafel für Dr. Martiny, den Begründer des Heilbades Salzschlirf, in der Lindenstraße vor dem neuen Sole-Hallenbad errichten. Unter der „Gewerkschaft Salzschlirf“ wurde nach vielen Plänen Dr. Martinys der weitere Ausbau des Bades betrieben. Hierzu gehörten die Erneuerung der Brunnenanlage des Bonifatiusbrunnens, die Erweiterung der Kuranlage, die Aufstockung des Badehauses (1980 abgerissen) und der Bau des Kurhauses (später Haus I, jetzt Kurparkresidenz). Aber auch diese 1873 gegründete neue Gesellschaft kam bald in finanzielle Schwierigkeiten. Sie führten schließlich dazu, die Bade- und Kureinrichtungen 1884 an den rheinischen Fabrikanten Louis Weber zu verkaufen. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang auch der Schwiegersohn Webers, Hermann Vollrath aus Düsseldorf, der sich besonders für die Weiterentwicklung des Bades einsetzte. Er war es auch, der aus dem Familienbesitz im Jahre 1900 die Aktiengesellschaft Bad Salzschlirf gegründet hat. Durch das Kostendämpfungsgesetz, welches erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen hatte, sanken die Übernachtungen in Bad Salzschlirf stetig. Dies führte dann dazu, dass für den Kur- und Badeort Bad Salzschlirf wichtige Einrichtungen der Aktiengesellschaft Bad Salzschlirf schließen mussten. Dadurch und durch betriebswirtschaftliche Umstände geriet die Aktiengesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste Anfang 2001 in die Insolvenz gehen. Die Gemeinde Bad Salzschlirf kaufte bzw. pachtete die für den Erhalt Bad Salzschlirfs als Kur- und Fremdenverkehrsgemeinde wichtigen Einrichtungen und investierte hierbei mehrere Mio. DM. Mittlerweile präsentiert sich Bad Salzschlirf beinahe wieder im Glanz der erfolgreichen Jahre vor der Kostendämpfung. Ein ganz wichtiger Faktor hierbei war und ist u. a. die Wiedereröffnung des fast 5 Jahre geschlossenen Kurhotels Badehof im Jahr 2006 als Sanatorium mit Schwerpunkt Orthopädie und Kardiologie durch einen privaten Investor aus Franken. Mittlerweile wird der Badehof als Ringhotel geführt. Fast gleichzeitig wurde das ehemalige Heiz- und Kesselhaus der insolventen Aktiengesellschaft Bad Salzschlirf von der Gemeinde gekauft und zu einem Kulturzentrum/Kulturkessel um- und ausgebaut. Viele kulturelle Veranstaltungen mit bekannten Künstlern aus der Region und aus Funk und Fernsehen, Theateraufführungen, Vernissagen und Ausstellungen haben diese Einrichtung mittlerweile zu einer kulturellen Begegnungsstätte werden lassen. Im unmittelbaren Anschluss zum Badehof entstand im Rahmen des Konjunkturprogramms die Wellness- und Gesundheitsoase "MediFit" als neutrale Anlauf- und Vermittlungsstelle für medizinische Anwendungen. In dem an den Kulturkessel angrenzenden ehemaligen Moorbadehaus ist die Kur- und Tourismus GmbH, zentrale Anlaufstelle für alle Kur- und Urlaubsgäste seit Anfang 2007 tätig . Für die Nutzung der weiteren fünf Etagen hat Bürgermeister Armin Faber einen potentiellen Investor gefunden, der das ehemalige Moorbadehaus künftig als Seniorenwohnanlage nutzen möchte. Die erforderlichen Umbauarbeiten sind bereits im vollen Gange, mit einer Inbetriebnahme wird in 2012 gerechnet. Mit Investitionen in Millionenhöhe hat die Solehallenbad GmbH das Angebot im Solebad um eine Saunalandschaft mit Infrarotkabine, SalinAir sowie eine Dampfgrotte, ein Whirlpool und vieles andere mehr erweitert und bietet so, neben der medizinischen Anwendung von Solebädern, auch eine Rundum-Erholung für die vielen Besucher aus nah und fern. Steigende Besucherzahlen bestätigen die Richtigkeit der getätigten Investitionen. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Angebotes sind vor kurzem abgeschlossen worden. So z. B. die Errichtung eines Klangdoms an der Aquasalis-Therme (Solebad) im Weidenpark. Musik und Wasser werden hier zu einer einzigartigen Komposition verschmolzen und ergänzen den Wellnessbereich. Sie möchten dort wohnen, wo andere Urlaub machen ? Dann sind Sie in der Kur- und Urlaubsgemeinde Bad Salzschlirf genau richtig. Das Neubaugebiet "Rhönblick" in der südlichen Gemarkung von Bad Salzschlirf ist speziell für junge Familien geeignet aber auch für Familien, die die verkehrsberuhigte Lage des Baugebietes schätzen. Einen ersten visuellen Eindruck vom Baugebiet bekommen Sie unter dem Button "Baugebiet Rhönblick" auf der Startseite unserer Homepage. Auch die Nutzung alternativer Energien spielt in unserer Gemeinde eine wichtige Rolle. Photovoltaiktechnik und Fernwärmeversorgung durch eine Holzhackschnitzelanlage zur Versorgung öffentlicher Einrichtungen wie das Solehallenbad, Moorbadehaus und Kulturkessel oder Sanatorien, Altenheime pp. sind ein wichtiger Beitrag für ein ausgewogenes Klima und eine gesunde Luft. Wichtig ist auch die Bereitstellung von Gewerbeflächen zur Ansiedlung von Handel und Gewerbe und für den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen in unserer Region. In Bad Salzschlirf stehen derzeit noch weitere Gewerbeflächen, auch größere, zu äußerst günstigen Konditionen bereit. Überzeugen Sie sich von
den vielfältigen Angeboten und Listungen in unserer Kur- und Urlaubsgemeinde
mit Kleinstadtcharakter zwischen Rhön und Vogelsberg im Herzen Deutschlands.
Wir freuen uns auf Sie.
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