Eichenprozessionsspinner auch in Bad Salzschlirf


Die Beseitigung der Schädlinge kann nur unter Vollschutz mit Spezialausrüstung vorgenommen werden. Der gemeindliche Bauhof und die örtliche Feuerwehr verfügen nicht über diese Ausrüstung. Die Beseitigung kann daher nur durch Spezialfirmen erfolgen. Der Kontakt zu Fachbetrieben wurde bereits aufgenommen. Aufgrund der Häufung der Funde des Schädlings ist die Auftragslage dort angespannt, so dass die Aufnahme der Arbeiten noch dauert.

Sollten Sie ein Nest des Schädlings auf Ihrem Privatgrundstück entdecken, sperren Sie den Bereich bitte weiträumig ab. Bitte veranlassen Sie nicht eigenständig die Beseitigung: Gesundheitsgefahr! Gerne stellen wir den Kontakt zu einem Fachbetrieb zur Beseitigung her. Bei Fragen steht Ihnen Herr Bauamtsleiter Soukarnou unter 06648/ 9303- 13 oder unter a.soukarnou@badsalzschlirf.de zur Verfügung.

 

Hintergrund:

Die Larven des Eichenprozessionsspinners tragen nesselnde Brennhaare und können als Fraßschädlinge an Eichen auftreten. Das Nesselgift der Brennhaare löst bei Kontakt bzw. Einatmen starke Reizungen und Entzündungen der Haut, Augen, Schleimhäute und Atemwege aus.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter und Eichenfraßschädling. Seit etwa 20 Jahren breitet sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland und hierbei auch im städtischen Bereich zunehmend aus. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners tragen Brennhaare, die das für Mensch und Tier gesundheitsschädliche Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Die Brennhaare sind sehr klein, brechen bei Berührung leicht ab und können über Jahre hinweg nesselnd wirken. Deshalb sind sie nicht nur auf den von Mai bis Juli in Gruppen prozessierenden Raupen selbst vorhanden, sondern auch auf deren Pfaden und Häutungsresten. Ebenso verbleiben sie in Gespinstnestern, die die Raupen zur Verpuppung bilden. Zudem können Brennhaare durch den Wind verschleppt werden.

Das Nesselgift Thaumetopoein löst bei Kontakt mit Haut und Schleimhaut einschließlich Auge und Lunge starke Irritationen und Entzündungen aus. Auf der Haut, besonders an direkt betroffenen Stellen wie Arm, Bein, Nacken und Gesicht treten i.d.R. innerhalb von 24 Stunden Quaddeln und starker Juckreiz auf. Unbehandelt dauern diese Beschwerden je nach Kontaktausmaß und individueller Konstitution zwischen zwei Tagen und zwei Wochen an. Das Einatmen der Brennhaare kann zu Atemwegsentzündungen und Atembeschwerden führen. Nach Augenkontakt können Bindehaut- und Hornhautentzündungen auftreten. Auch systemische Beschwerden wie Schwindel, Fieber und in seltenen Fällen auch Schockzustände wurden beschrieben. Betroffene sollten daher unmittelbar einen Arzt aufsuchen.