Landesgartenschau als Perspektive für den Bad Salzschlirfer Kurpark - das Siesmayer- Erbe durch sanfte Modernisierung bewahren


Kurparke bieten Gästen, Patienten und Einheimischen die Möglichkeiten, die Kernkompetenzen der Kur zu erfahren. In Bad Salzschlirf ist das insbesondere das ortsgebundene Heilwasser: in der Wandelhalle als medizinische Trinkkur des Bonifazius- und Dr. Martiny- Wassers und im Gradierpavillon die heilsame, von Aerosolen des Martinybrunnens angereicherte Luft. Rasenflächen, Zierpflanzen und der historische Baumbestand laden zum Ausspannen und Entschleunigen bei.

Der Park wurde im 19. Jahrhundert einst durch das renommierte Unternehmen der Gebrüder Siesmayer angelegt. Heute ist der Kurpark Kulturdenkmal und denkmalgeschützt. Die Brüder Heinrich und Philipp Siesmayer stammten aus der Nähe von Frankfurt. In ihrer Schaffenszeit ab dem Jahr 1842 legten sie bis zu 1.000 Gärten und Parks an. Der wohl berühmteste ist der Palmengarten in Frankfurt. Aber auch die Parkanlagen in Bad Nauheim und Bad Vilbel entsprangen der Arbeit der Brüder Siesmayer. Und eben der Bad Salzschlirfer Kurpark!

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Der Touristik und Service GmbH Bad Salzschlirf (TuS), die im Auftrag der Gemeinde die Pflege des Parks übernimmt ist die historische Einordnung des Parks schon länger bekannt. Im Zuge der Erstellung eines sogenannten Parkpflegewerkes, welches vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege finanziell unterstützt wird, ist die Historie und der Baumbestand aufgearbeitet worden. Jetzt werden in einem weiteren Schritt historische Anlagen, beispielsweise der historische künstliche Wasserfall oberhalb der Musikmuschel oder im Laufe der Geschichte des Parks veränderte Wege aufgenommen.

Für Bürgermeister Matthias Kübel sind die Bewahrung des historischen Erbes und die Bestandssicherung des Salzschlirfer Kurparkes wichtige Anliegen. Die historische Substanz und die medizinische Funktion müssen in den kommenden Jahren weiterentwickelt und zeitgemäß ausgelegt werden. Die Eröffnung des Parks der Generationen ist eine interessante und moderne Interpretation der Funktionen eines Kurparks. Die Vielfalt und Pracht der Wechselbeete aber auch der historische Baumbestand machen den Park aus und wären eine reizvolle Erweiterung des Angebotes der Landesgartenschau in der Stadt Fulda.

Die Impulse einer Landesgartenschau würden die Entwicklung des Kurparks weiter voranbringen. Der Salzschlirfer Bürgermeister hat dazu bereits Gespräche mit der Stadt Fulda in Person des Stadtbaurats Daniel Schreiner und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld geführt. Die im Jahr 2023 stattfindende Großveranstaltung kann als Teilschau im Bad Salzschlirfer Kurpark die landschaftsgärtnerische Dimension sowie die gesundheitsfördernde Funktion eines Parks in den Mittelpunkt stellen. Die Gemeinde wird mit dem Angebot an rund 1.200 Betten auch die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten abdecken können.

Die Kosten für Rekonstruktionen und die Anlage neuer Kurparkfunktionen kann Bad Salzschlirf allerdings nur mithilfe von Förderprogrammen stemmen. Dafür stehen die Zeichen derzeit gut: neben den Mitteln aus der Landesdenkmalpflege, hat das Förderprogramm der EU für regionale Entwicklung (EFRE) einen Fokus auf Kurparke staatlich anerkannter Heilbäder gelegt. Vorgespräche mit dem Ministerium wurden geführt. Aus Fördertöpfen der Hessischen Landesregierung könnten ebenfalls Gelder akquiriert werden.

Abschließend betont Bürgermeister Matthias Kübel, dass der Kurpark Bad Salzschlirfs sowohl für das touristische Profil der Gemeinde als auch für die Einwohner des osthessischen Heilbades selbst eine wichtige Rolle spielen. Neben einer zentralen Aufenthaltsqualität gewinnt der Kurpark durch seine Erholungsfunktion durch den positiven Einfluss für das Mikro- und Heilklima an Bedeutung. Schließlich bietet der Park heimischer und exotischer Flora und Fauna eine wertvolle und geschützte Heimat.

Dieses historische und zentrale Erbe des Ortes muss gewahrt und fortentwickelt werden: dafür zeigt sich die Landesgartenschau als Chance. Die Initiative des Kreisausschusses, mit der Stadt Fulda über kreisweite Teilschauen zu sprechen begrüßt die Gemeinde Bad Salzschlirf ausdrücklich. Der Kurpark muss nach Auffassung von Bürgermeister Matthias Kübel dabei auf jeden Fall Berücksichtigung finden.